Suchst du nach Inspiration, um den glamourösen Look der Goldenen Zwanziger in deine Make-up-Routine zu integrieren? Diese Ära revolutionierte die Schönheitsideale und schuf Trends, die bis heute faszinieren und nachgeahmt werden.
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Der revolutionäre Geist der 1920er Jahre und sein Einfluss auf das Make-up
Die 1920er Jahre waren eine Zeit des Umbruchs, geprägt von sozialem Wandel, Emanzipation und einer neuen kulturellen Freiheit. Nach den Entbehrungen des Ersten Weltkriegs erlebte die Welt einen Aufschwung, der sich auch in der Mode und im Make-up widerspiegelte. Frauen begannen, sich freier auszudrücken, und das Schminken wurde von einer heimlichen Aktivität zu einem sichtbaren Statement. Stars der Stummfilmära wie Clara Bow, Louise Brooks und Greta Garbo wurden zu Ikonen, deren Looks von Millionen nachgeahmt wurden. Die Einführung synthetischer Pigmente und die kommerzielle Verfügbarkeit von Kosmetika trugen ebenfalls zur Popularisierung bestimmter Make-up-Techniken bei.
Die zentralen Make-up-Trends der 1920er Jahre
Die Ästhetik der 1920er Jahre war stark von der Idee eines jugendlichen, aber gleichzeitig sinnlichen Looks geprägt. Die Betonung lag auf dramatischen Kontrasten und einer verfeinerten, oft fast maskenhaften Perfektion.
1. Der „Flapper“ Lippenstift – Volle, dunkle und definierte Lippen
Der Lippenstift wurde zum unverzichtbaren Accessoire. Die Lippen wurden in einer üppigen, herzförmigen Form („Cupid’s Bow“) bemalt, die die natürliche Lippenkontur oft überschritt. Dunkle Rottöne, Kirschrot und Burgunder waren besonders beliebt. Die Lippenränder wurden präzise nachgezogen, um eine voller wirkende und verführerische Form zu erzeugen. Dies stand im Kontrast zu den schmaleren, natürlicheren Lippen früherer Jahrzehnte und symbolisierte eine neue, selbstbewusste Weiblichkeit.
2. Die dramatische Augenpartie – Dunkel, rauchig und ausdrucksstark
Die Augen erhielten eine intensive Betonung. Dunkle Lidschatten, vor allem in Schwarz, Grau und tiefen Braun- oder Violetttönen, wurden großflächig auf das bewegliche Lid und bis zur Braue aufgetragen. Der Kajal wurde sowohl auf der oberen als auch auf der unteren Wasserlinie verwendet, um die Augen optisch zu vergrößern und ihnen eine mysteriöse Tiefe zu verleihen. Wimperntusche, oft in Form von Pulver, das mit Wasser angerührt wurde, wurde großzügig aufgetragen, um die Wimpern dichter und länger erscheinen zu lassen. Künstliche Wimpern kamen langsam auf, waren aber noch kein Mainstream.
3. Die „Pierrot“ oder „Doll-Face“ Ästhetik – Puderiges Hautbild und rote Wangen
Ein blasses, mattes und makelloses Hautbild war das Ideal. Puder wurde großzügig verwendet, um Glanz zu mattieren und einen porzellanartigen Teint zu erzielen. Rouge wurde in runden oder ovalen Formen auf die Wangenknochen aufgetragen, oft in kräftigen Rosé- oder Rottönen. Ziel war es, einen jugendlichen, gesunden Glanz zu simulieren, der jedoch einen gewissen künstlichen Touch behielt, um die „Puppenhaftigkeit“ zu unterstreichen.
4. Betonte Augenbrauen – Dünn, geschwungen und abfallend
Die Augenbrauen waren ein wesentliches Element, um den dramatischen Ausdruck zu verstärken. Sie wurden dünn gezupft und oft mit dunklem Puder oder Stift nachgezeichnet, um eine klare, geschwungene Linie zu schaffen. Häufig verliefen sie leicht abfallend zum Ende hin, was den Augen einen melancholischen oder dramatischen Ausdruck verlieh. Einige Frauen zogen die Brauen sogar komplett ab und malten neue, dünnere Linien.
5. Der „Smoky Eye“ Vorläufer – Definition durch Schattierung
Obwohl der Begriff „Smoky Eye“ erst später populär wurde, legten die Make-up-Techniken der 1920er Jahre den Grundstein dafür. Die dunkle Schattierung auf dem Lid und die präzise Definition mit Kajal schufen einen rauchigen Effekt, der die Augenintensität erhöhte und den geheimnisvollen Charme der Zeit unterstrich.
6. Das „Gezeichnete“ Auge – Präzision als Markenzeichen
Die Linienführung beim Augen-Make-up war entscheidend. Sowohl Eyeliner als auch Lipliner wurden mit großer Präzision aufgetragen. Dies galt für die scharfen Linien, die die Lippen formten, als auch für die sorgfältig gezogenen Kajallinien, die den Augen Ausdruckskraft verliehen.
7. Minimaler Blush, maximaler Effekt – Platzierung und Intensität
Rouge war zwar präsent, wurde aber strategisch eingesetzt. Die runde Platzierung auf den Wangenknochen war charakteristisch und diente dazu, die jugendliche Gesichtsstruktur zu betonen. Im Gegensatz zu den dramatischen Augen und Lippen war der Blush oft der subtilste Teil des Make-ups, um das Gesamtbild auszubalancieren.
8. Puderfreie Haut als Ausnahme – Glanzpunkte für die Bühne
Während mattes Hautbild vorherrschte, gab es Ausnahmen, besonders für Bühnenkünstlerinnen oder Filmstars. Ein leicht schimmernder Puder oder ein Hauch von Vaseline auf den Wangenknochen konnte gezielt eingesetzt werden, um Lichtreflexe zu erzeugen und die Gesichtszüge im Scheinwerferlicht hervorzuheben. Dies war jedoch eher die Ausnahme als die Regel.
9. Die „Gatsby“-Glamour-Note – Perlmutt und dezenter Schimmer
Anlässlich von Partys und besonderen Anlässen durfte es etwas mehr sein. Feiner Schimmer auf den Lidern oder ein Hauch von Perlmuttpuder auf den Wangenknochen verliehen dem Look zusätzlichen Glamour. Dies war jedoch subtil und diente eher dazu, das matte Finish zu akzentuieren als einen grellen Glanz zu erzeugen.
10. Der „Marlene Dietrich“ Look – Dramatische Konturierung
Ikonen wie Marlene Dietrich perfektionierten eine dramatische Konturierung der Gesichtszüge. Durch gezieltes Schattieren und Hervorheben mit Rouge wurden die Wangenknochen betont und das Gesicht schmaler und definierter wirken gelassen. Dies war ein Vorläufer moderner Konturierungstechniken.
11. Die „Verbotene Frucht“ – Lippen in dunklen, fast beerigen Tönen
Abseits des klassischen Rots wagten sich Frauen auch an tiefere, fast beerige oder pflaumige Lippenfarben. Diese dunklen Töne verliehen dem Mund eine geheimnisvolle und verführerische Ausstrahlung, die besonders gut zu den dunklen Augen passte.
12. Das „Verstärkte“ Kinn – Betonung der unteren Gesichtspartie
Manchmal wurde das Kinn durch Rouge oder Puder leicht betont, um eine harmonische Gesichtsform zu schaffen. Dies war ein subtiler Aspekt, der dazu diente, die Gesamtästhetik abzurunden.
13. Augenbrauen-Style „Die geschwungene Linie“ – Ausdrucksstarke Bögen
Die Form der Augenbrauen war entscheidend für den Ausdruck. Eine durchgehend geschwungene Linie, die oft am Ende leicht nach unten zog, verlieh dem Blick eine zusätzliche Dramatik und eine Spur von Melancholie, die typisch für die Ära war.
14. Das „Perfekt puderige“ Finish – Grundierung für den Look
Das matte, puderige Finish war die Basis jedes Looks. Es diente nicht nur zur Mattierung, sondern auch als Leinwand für die dramatischen Akzente von Augen und Lippen. Ohne dieses ebenmäßige Fundament wären die kräftigen Farben und Konturen nicht so zur Geltung gekommen.
Übersicht der Make-up-Trends der 1920er Jahre
| Kategorie | Schwerpunkt | Charakteristik | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Lippen | Volumen & Farbe | Dunkle Rottöne, herzförmiger „Cupid’s Bow“, präzise Kontur | Verführerisch, sinnlich, dramatisch |
| Augen | Tiefe & Dramatik | Dunkle Lidschatten (Schwarz, Grau), Kajal auf Wasserlinie, volle Wimpern | Ausdrucksstark, geheimnisvoll, vergrößert |
| Haut | Makellosigkeit & Mattigkeit | Blasses, puderiges Hautbild, runde Rouge-Platzierung | Jugendlich, puppenhaft, leicht künstlich |
| Augenbrauen | Form & Ausdruck | Dünn, geschwungen, oft abfallend, dunkel nachgezeichnet | Dramatisch, melancholisch, rahmen das Gesicht |
| Gesamtbild | Kontrast & Inszenierung | Spiel mit Dunkel und Hell, Betonung der Schlüsselmerkmale | Glamourös, modern, selbstbewusst |
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu 1920er Jahre Make up Trends
Wie schminkte man die Lippen im Stil der 1920er Jahre?
Um den Look der 1920er Jahre zu replizieren, konzentrierst du dich auf eine herzförmige Lippenkontur, den sogenannten „Cupid’s Bow“. Trage dunkle Lippenstifte wie tiefes Rot oder Burgunder auf, wobei die obere Lippe oft eine geschwungene Linie bildet, die über die natürlichen Lippenränder hinausgeht, und die untere Lippe eine abgerundete Form erhält. Präzises Nachzeichnen mit einem Lipliner ist entscheidend für diesen dramatischen Effekt.
Welche Lidschattenfarben waren in den 1920ern angesagt?
Die beliebtesten Lidschattenfarben waren dunkle und intensive Töne wie Schwarz, Grau, tiefes Braun und Violett. Diese wurden großzügig auf dem beweglichen Lid aufgetragen und oft bis zur Braue hochgezogen, um dem Auge Tiefe und eine rauchige Intensität zu verleihen.
Wie wurden die Augenbrauen in den 1920ern gestylt?
In den 1920er Jahren waren dünne, stark geschwungene und oft abfallende Augenbrauen typisch. Sie wurden häufig mit dunklem Puder oder Bleistift nachgezeichnet, um eine klare, dramatische Linie zu schaffen, die dem Blick einen ausdrucksstarken und manchmal melancholischen Charakter verlieh. Manche Frauen zogen ihre natürlichen Brauen sogar komplett ab, um neue Formen zu kreieren.
Wie erzielte man den typischen matten Teint der 1920er Jahre?
Der makellose, matte Teint war ein Markenzeichen der 1920er Jahre. Dies wurde durch die großzügige Verwendung von hellem, mattierendem Puder erreicht. Ziel war es, jeglichen Glanz zu absorbieren und ein ebenmäßiges, porzellanartiges Hautbild zu schaffen, das als perfekte Leinwand für die dramatischen Lippen- und Augen-Make-ups diente.
War Rouge im Make-up der 1920er Jahre wichtig?
Ja, Rouge war wichtig, wurde aber anders aufgetragen als heute. Typisch war die runde oder ovale Platzierung auf den Wangenknochen, oft in kräftigen Rosé- oder Rottönen. Dies sollte einen jugendlichen, gesunden Glanz simulieren und die Gesichtsstruktur betonen, ohne zu überladen zu wirken.
Konnte man in den 1920ern auch glitzernde Make-up-Produkte verwenden?
Glimmer und dezenter Schimmer waren eher für besondere Anlässe oder Bühnenauftritte reserviert. Die allgemeine Ästhetik der 1920er Jahre bevorzugte ein mattes Finish. Wenn Schimmer verwendet wurde, dann subtil, beispielsweise als Perlmuttpuder auf den Wangenknochen, um Lichtreflexe zu erzeugen und das matte Finish zu akzentuieren, anstatt einen grellen Glanz zu erzielen.
Gab es einen Unterschied im Make-up für den Tag und den Abend in den 1920ern?
Grundsätzlich war das Make-up der 1920er Jahre generell dramatischer als in früheren Epochen. Für den Abend wurden die dramatischen Elemente wie dunkle Lidschatten und kräftige Lippen oft noch intensiviert, um im gedämpften Licht besser zur Geltung zu kommen. Tagsüber lag der Fokus eher auf dem makellosen Teint und einer dezenten Betonung.